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04.03.2004 10:29

Die Deutsche Physiologische Gesellschaft feiert ihren 100.

Dr. Bärbel Adams Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig

    Vor 100 Jahren wurde die Deutsche Physiologische
    Gesellschaft gegründet, die ihre 83. Jahrestagung in
    Leipzig durchführt. Sie begibt sich damit auf die Spuren
    eines ihrer renommiertesten Vertreter: Carl Ludwig.

    Einladung zur Pressekonferenz
    =============================

    Wir laden herzlich zu einem Pressegespräch ein, auf dem die
    im Text angeführten Themen behandelt werden. Außerdem haben
    Sie die Möglichkeit, einen Nobelpreisträger persönlich
    kennenzulernen.

    Zeit: 16.03.2004, 11:15 Uhr
    Ort: Ritterstraße 26. Raum 320

    Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme unter der Telefonnumer:
    0341 97-35020 oder
    per Mailing: adams@uni-leipzig.de.

    ------------------------------------------------------------

    Zeit: 14.03.2004 bis 17.03.2004

    Nicht ohne Grund findet die Geburtstagsparty der Deutschen
    Gesellschaft für Physiologie e. V. in Leipzig statt. Hier
    arbeitete der berühmte Physiologe Carl Ludwig, dessen
    dominierende Rolle in der deutschen Physiologie des 19.
    Jahrhunderts weltweit ausstrahlte. Ludwig war zunächst
    Professor in Zürich und Wien, bevor er 1865 eine Berufung
    als Direktor des 1. Leipziger Physiologischen Institutes in
    Leipzig annahm, wo er 30 Jahre lang tätig war. Bekannt
    wurde Ludwig u. a. durch die Erfindung des Kymographions,
    eines Gerätes, mit dem man den Blutdruck bzw. die Atmung
    messen und aufzeichnen konnte. Ludwig wurde vielfach
    geehrt, u. a. ist er Ehrenbürger der Stadt Leipzig. Eine
    Büste Carl Ludwigs vom bekannten Leipziger Bildhauer Carl
    Seffner steht im nach Carl Ludwig benannten Physiologischen
    Institut in Leipzig.

    Drei spätere Nobelpreisträger erhielten ihre Ausbildung am
    Leipziger Institut, z.T. noch bei Carl Ludwig selbst: Der
    russische Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow, der den
    bedingten Reflex entdeckte; John James Macleod, der das
    Insulin als Medikament mitentwickelte und Sir Bernard Katz,
    der die Rolle der Transmitter bei der Übertragung von
    Befehlen des Gehirns an die Muskulatur erklärte. Der
    jetzige Direktor des Carl-Ludwig-Institutes für
    Physiologie, Prof. Dr. Heinz-Gerd Zimmer, wird die
    Bedeutung der Leipziger Physiologie, insbesondere die Rolle
    Carl Ludwigs würdigen.

    Wenn zur Jahrestagung der Deutschen Physiologen ein
    weiterer Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin nach
    Leipzig kommt, dann nicht zuletzt auch aus Neugier auf den
    Ort, an dem sein berühmter Kollege wirkte. Prof. Dr. Bert
    Sakmann ist Direktor des Max-Planck-Institutes für
    Medizinische Forschung Heidelberg. Er erhielt 1991
    gemeinsam mit dem Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Ernst
    Neher den Nobelpreis für Physiologie und Medizin für die
    Entwicklung der sogenannten Patch-Camp-Methode, mit der
    erstmals die Existenz von Ionenkanälen in Zellen
    nachgewiesen und funktional untersucht werden konnten.
    Diese Methode spielt in der physiologischen Forschung nach
    wie vor eine große Rolle. Sakmann, dessen Mentor übrigens
    Bernard Katz war, wird in seinem Vortrag die Bedeutung
    dieser Methode ausführen.

    Eine weitere wegweisende Methode in der Physiologie ist die
    Elektronenkraftmikroskopie, die der Münsteraner Physiologe
    Prof. Hans Oberleithner vorstellt. Er gehört zu den
    Pionieren bei der Anwendung des Verfahrens der
    Rasterkraftmikroskopie zur Darstellung von Biomolekülen.
    Was ihn besonders interessiert, ist die Struktur der die
    lebenden Zellen und ihrer Kerne umhüllenden Membran, sowie
    all die Vorgänge, die sich darauf abspielen und bei der
    Steuerung der Lebensvorgänge des Organismus eine wichtige
    Rolle spielen. Durch rasterkraftmikroskopische
    Untersuchungen in enger zeitlicher Abfolge kann der
    Wissenschaftler quasi zuschauen, wie sich die Poren auf der
    Membran öffnen und schließen, um Signale von außen in den
    Kern hinein und genetische Bauanweisungen aus dem Kern ins
    Zellplasma hinaus zu lassen. Wenn man diesen Mechanismus
    begriffen hat, könnte man vielleicht die Kommunikation
    zwischen Kern und Zelle durch Medikamente steuern.

    ------------------------------------------------------------

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Heinz-Gerd Zimmer
    Telefon: 0341 97-15500
    E-Mail: zimmer@medizin.uni-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.physiologische-gesellschaft.de/kongress/user.php


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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