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14.01.2026 08:18

UTOPISCHES DENKEN ERWÜNSCHT

Dr. Sybille Springer Geschäftsstelle
Gerda Henkel Stiftung

    Die Gerda Henkel Stiftung wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Aus Anlass
    dieses Jubiläums legt die Stiftung ein Förderprogramm im Umfang von 2,5
    Millionen Euro auf: „Prospekt Utopia“ richtet sich an Wissenschaftlerinnen
    und Wissenschaftler aller von der Stiftung unterstützten Disziplinen — von
    der Archäologie bis zu den Geschichts- und Sozialwissenschaften.
    Bewerberinnen und Bewerber sind eingeladen, sich mit
    Zukunftsvorstellungen und deren Deutungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
    auseinanderzusetzen. Gefördert werden 50 Projekte mit jeweils bis zu
    50.000 Euro. Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Die Antragsfrist für die
    erste Runde endet am 15. April.

    Das Förderprogramm ist bewusst offen angelegt: Das Spektrum möglicher
    Themen reicht von der Frage, wie frühere Gesellschaften sich Fortschritt
    oder ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander vorgestellt haben, bis zu
    Perspektiven, die sich aus dem gegenwärtigen Nachdenken über die Zukunft
    ergeben. Dies kann auch Arbeiten zu der Rolle der Wissenschaft oder zu
    technologischen Entwicklungen einschließen. Denkbar sind ebenso
    kulturvergleichende Studien: Welche Bedeutung haben Zukunftsbilder für
    die Orientierung von Gesellschaften? Wie gehen Gemeinschaften mit
    Unwägbarkeiten um? Die Forscherinnen und Forscher können sowohl
    Einzelvorhaben verfolgen als auch inner- oder interdisziplinär kooperieren.
    Alle Fördermittel dürfen frei verplant werden. Alternative und
    experimentelle Darstellungen der Ergebnisse sind ausdrücklich erbeten.

    „Gesellschaftliche Utopien setzen ein kulturelles Bewusstsein voraus“,
    erläutert Dr. Angela Kühnen, Vorstand der Gerda Henkel Stiftung, die
    Jubiläumsinitiative. „Hier fällt den Geisteswissenschaften und ihren
    benachbarten Disziplinen eine besondere Aufgabe zu.“ Sie seien zwar häufig
    gefragt, wenn es darum gehe, zu Themen der Gegenwart und Zukunft
    Stellung zu nehmen, doch geschehe dies nur selten unter
    kulturoptimistischen Vorzeichen. Dr. Mathias Winde, ebenfalls Vorstand der
    Gerda Henkel Stiftung, ergänzt: „Unser Ziel ist es, in unsicheren Zeiten
    mehr Utopie zu wagen. Wir möchten anregen, den Beschreibungen und
    Analysen einer vielfach als dystopisch wahrgenommenen Gegenwart das
    Nachdenken über zukünftige Möglichkeiten und Potenziale gegenüber zu
    stellen.“

    Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Lisa Maskell zum
    Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung des
    bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Im Laufe ihres 50-
    jährigen Bestehens hat die Stiftung rund 340 Mio. Euro für etwa 9.000
    Forschungsprojekte bereitgestellt. Die Förderungen der Gerda Henkel
    Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. Forschungen, die
    aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen oder
    auch gezielt gegenwarts- und zukunftsbezogene Themen in den Blick
    nehmen, werden in zeitlich begrenzten Programmen unterstützt, wie etwa im
    Sonderprogramm „Flucht“ oder in den Förderschwerpunkten „Demokratie“
    und „Lost Cities“. Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms
    fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika. In ihrem
    Förderschwerpunkt „Patrimonies“ setzt sie sich für den Erhalt kulturellen
    Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Im Zusammenhang mit geförderten
    Projekten gewährt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch
    Mittel für soziale Begleitmaßnahmen. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre
    Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.


    Weitere Informationen:

    https://www.gerda-henkel-stiftung.de/prospekt_utopia zur Ausschreibung


    Bilder

    Prospekt Utopia
    Prospekt Utopia

    Copyright: Gerda Henkel Stiftung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Philosophie / Ethik, Politik
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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