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Wissenschaft
Forschung an der Freien Universität Berlin wird im bundesweiten Verbundprojekt mit rund einer Million Euro vom BMFTR gefördert
Die Freie Universität Berlin beteiligt sich am bundesweiten Verbundprojekt „ONEMuc – Respiratorischer Mucus als One-Health-Schnittstelle“. Ziel des auf fünf Jahre angelegten Projekts ist es, die Schleimschicht der Atemwege als natürliche Schutzbarriere gegen Virusinfektionen grundlegend zu verstehen – und daraus neue Strategien zur Prävention und Risikobewertung künftiger Pandemien zu entwickeln.
Das Gesamtprojekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit insgesamt 4,3 Millionen Euro gefördert und ist Teil der Förderlinie „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One-Health-Ansatzes“. Das Teilprojekt der Freien Universität Berlin erhält dabei eine Förderung von rund einer Million Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren.
Mucus als aktive biologische Barriere
Im Fokus des Berliner Teilprojekts stehen sogenannte Mucine – also zentrale Bestandteile des Atemwegsschleims. Untersucht wird, wie Zusammensetzung, Aufbau und die Zuckerstrukturen dieser Mucine darüber entscheiden, ob sich Atemwegsviren - insbesondere Influenzaviren – anheften, sich bewegen oder unschädlich gemacht werden.
Zwar ist bekannt, dass Atemwegsschleim Viren bindet, deren Bewegung stark einschränken und dadurch Infektionen verhindern oder verzögern kann. Bislang weiß die Wissenschaft aber nur wenig darüber, welche molekularen Parameter diese Barrierefunktion steuern und wie sie sich zwischen Wirtsarten, Individuen oder Umweltbedingungen unterscheiden.
„Wir betrachten Mucus als aktive, regulierbare Barriere und als biologische Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt - nicht nur als passiven Schleimfilm“, erklärt der Leiter des Teilprojektes und Juniorprofessor für Biopharmazeutika am Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Daniel Lauster. „Dieses Verständnis eröffnet neue Möglichkeiten, Virusübertragungen frühzeitig zu erkennen und gezielt präventive Barrierekonzepte zu entwickeln.“
Interdisziplinäre Verbundforschung in Berlin
Das Team um Lauster kombiniert modernste biophysikalische Methoden zur quantitativen Analyse von Viruspartikelbewegungen mit biochemischen und analytischen Verfahren zur strukturellen Charakterisierung von Mucusproben aus verschiedenen Wirtsarten.
Die hochaufgelöste Analyse der Mucinglykosylierung erfolgt in enger methodischer Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kevin Pagel vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin, der seine Expertise in Massenspektrometrie und Glycomics einbringt.
Weitere zentrale Kooperationspartner des Teilprojektes sind die Virologin Dr. Julia Port vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, die funktionelle Transmissionsmodelle etabliert, sowie die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Friedrich-Loeffler-Institut, das Robert Koch-Institut und dem GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung.
Die im Berliner Teilprojekt gewonnenen molekularen und biophysikalischen Daten fließen in funktionelle Transmissionstests am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ein und bilden die Grundlage für neue Modelle zur Bewertung zoonotischer Risiken. Langfristig zielt ONEMuc darauf ab, diagnostische Plattformen, präventive Barrierepräparate und synthetische Mucusmodelle zu entwickeln – mit direkter Relevanz für Public Health und die Vorbereitung auf zukünftige Pandemien.
Zum bundesweiten Projekt „ONEMuc“
Das gesamte Verbundprojekt „ONEMuc - Respiratorischer Mucus als One-Health-Schnittstelle“ wird vom BMFTR mit insgesamt 4,5 Millionen Euro im Rahmen der Förderlinie „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One-Health-Ansatzes“ gefördert. Sprecher des Projekts ist Christian Sieben, Professor am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Das Gesamtprojekt vereint Partnerinstitutionen aus Berlin, Braunschweig, Greifswald und Potsdam und wird durch FUB Innovation, die Transfer- und Ausgründungsplattform der Freien Universität Berlin, begleitet.
Prof. Dr. Daniel Lauster, Freie Universität Berlin, Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie, E-Mail: daniel.lauster@fu-berlin.de
Daniel Lauster leitet an der FU die Forschungsarbeiten zum Verbundprojekt zur Pandemieprävention "ON ...
Quelle: Marion Kuka
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Biologie, Chemie, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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