idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
29.04.2026 09:45

Erste digitale Edition eines Beethoven-Skizzenbuchs veröffentlicht

Mirjam Schenk Öffentlichkeitsarbeit
Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

    Das Forschungsprojekt „Beethovens Werkstatt“, gefördert von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, fügt das sogenannte „Notirungsbuch K“ virtuell wieder zusammen und macht Beethovens Schaffensprozess auf neue Weise erfahrbar. Mit der digitalen Edition des „Notirungsbuchs K“ setzt das Akademieprojekt einen wichtigen Impuls für die digitale Musikedition und eröffnet neue Perspektiven auf Beethovens kompositorischen Arbeitsprozess.

    Wie Ludwig van Beethoven arbeitete, lässt sich heute in mehr als 7.500 überlieferten Skizzenseiten nachvollziehen. Ein großer Teil davon ist in 70 erhaltenen Skizzenbüchern überliefert, die seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht werden. Aus dem Projekt „Beethovens Werkstatt“ liegt nun erstmals die digitale Edition eines dieser Skizzenbücher vor: des sogenannten „Notirungsbuchs K“.
    Beethoven nutzte das „Notirungsbuch K“ im Frühjahr 1823 zur Skizzierung von Teilen der Neunten Symphonie und der Diabelli-Variationen. Auch frühe Entwürfe zur späteren „Ode an die Freude“ finden sich darin. Nach Beethovens Tod wurde das Skizzenbuch in mehrere Teile zerlegt. Die sieben erhaltenen Einzelteile befinden sich heute im Beethoven-Haus Bonn, in der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Nationalbibliothek in Paris.

    Die neue digitale Edition führt diese Bestände virtuell wieder zusammen und macht das Skizzenbuch erstmals in seiner ursprünglichen Form erfahrbar. Im Unterschied zu gedruckten Editionen eröffnet das digitale Format neue Möglichkeiten der Darstellung und Vermittlung. Herzstück der Edition ist die eigens entwickelte fluide Transkription. Sie macht den editorischen Erkenntnisprozess sichtbar, indem sie Nutzer:innen erlaubt, sich mithilfe eines Schiebereglers vom digitalen Faksimile einer Skizze bis hin zu einem nach heutigen Standards lesbaren und verständlichen Notentext zu bewegen. So verbindet die Edition verschiedene Transkriptionsansätze zu einer dynamischen Form der digitalen Textvermittlung. Die rund 500 Skizzen und Notate des „Notirungsbuchs K“ können in der im Projekt entwickelten digitalen Editionsumgebung „VideApp“ nicht nur betrachtet, sondern auch wissenschaftlich erforscht werden.

    Das Vorhaben „Beethovens Werkstatt – Genetische Textkritik und Digitale Musikedition“ mit Arbeitsstellen im Beethoven-Haus Bonn und an der Universität Paderborn (Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn) ist Teil des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms.
    Das gemeinsame Forschungsprogramm der Wissenschaftsakademien – das Akademienprogramm – dient der Erschließung, Sicherung und Erforschung weltweiter kultureller Überlieferungen. Es ist derzeit das größte Langzeit-Forschungsprogramm der
    Bundesrepublik Deutschland für geistes- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung und wird von der Akademienunion koordiniert. Träger des Programms und zuständig für die Bearbeitung der Vorhaben sind die acht in der Akademienunion zusammengeschlossenen Akademien und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Johannes Kepper
    Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn
    kepper(at)beethovens-werkstatt.de


    Bilder

    Fluide Transkription
    Fluide Transkription

    Copyright: © Beethoven-Haus, Bonn: Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 60, S. 25


    Anhang
    attachment icon Erste digitale Pressemitteilung: Edition eines Beethoven-Skizzenbuchs veröffentlicht

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Informationstechnik, Kulturwissenschaften, Musik / Theater
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).