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13.12.2011 13:14

Verbundantrag der hessischen Medizin-Fachbereiche überzeugt im Bund-Länder-Programm

Ulrike Jaspers Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    In der zweiten Rundes des bundesweiten Wettbewerb zur Verbesserung der Lehre konnte die Goethe-Universität, dieses Mal in Kooperation mit den hessischen Universitäten Marburg und Gießen, erneut punkten: Zwei Millionen Euro fließen in den nächsten fünf Jahren in ein Programm, das die praktische klinische Kompetenz angehender Ärzte bundesweit verbessern soll.

    „Ich freue mich, dass der Antrag der Goethe-Universität das Gutachtergremium überzeugen konnte“, sagte der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner-Esterl, zum wiederholt erfolgreichen Abschneiden beim Bund-Länder-Programm. Der Präsident ist sich sicher, dass die Mittel gut in dem Projekt angelegt sind: „Wir werden in den kommenden Jahren von Hessen aus wichtige Impulse für die dringend notwendige Qualitätsverbesserung in dem entscheidenden klinischen Ausbildungsabschnitt setzen. Ich gratuliere insbesondere dem führenden Antragssteller, dem Frankfurter Chirurgen Felix Walcher.“ Die Gewinner in der zweiten Runde des „Programms des Bundes und der Länder für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“, das bis 2020 mit insgesamt zwei Milliarden Euro dotiert ist, wurden heute von den beiden Vorsitzenden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), Bundeswissenschaftsministerin Dr. Annette Schavan und ihrer rheinland-pfälzischen Kollegin Doris Ahnen bekanntgegeben.

    Wo setzt das Projekt „Praktische klinische Kompetenz“ konkret an, um den Studierenden an allen 36 bundesdeutschen Medizin-Fachbereichen in Zukunft die praktischen Fertigkeiten besser zu vermitteln? Ein Beispiel aus dem Alltag: Der Stress für die Mediziner in den Krankenhäusern wächst ständig; immer mehr Patienten werden pro Jahr behandelt, gleichzeitig sinkt die Verweildauer der Erkrankten in den Kliniken. Wo bleibt da noch die Zeit, angehende Ärzte umfassend mit der täglichen Praxis vertraut zu machen? Ob es um das Nähen einer Wunde, die eingehende Untersuchung eines Patienten oder andere Tätigkeiten geht, bei denen Ärzte selbst Hand anlegen müssen, die Medizinstudenten nutzen zunehmend Filme auf Videoportalen im Internet, um sich über die genauen Abläufe und Handgriffe zu informieren und die Defiziten in der täglichen Ausbildung zu kompensieren. Doch die Qualität dieser bewegten Bilder ist oft zweifelhaft: „90 Prozent dieser Filmsequenzen entsprechen nicht den Qualitätsstandards, die wir in der Ausbildung anwenden müssen“, sagt der Koordinator des Projekt „Praktische klinische Kompetenz“, Prof. Dr. Felix Walcher, der in diesem Jahr am Frankfurter Fachbereich Medizin für seine exzellente Lehre ausgezeichnet wurde.

    Gemeinsam mit den Verbundpartnern, zu denen neben den drei hessischen Medizin-Fachbereichen auch die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, die Gesellschaft für Medizinische Ausbildung und der Bundesverband Medizinstudierende gehören, sollen über ein Portal Lerninhalte zur Verfügung gestellt, deren Qualität gesichert ist. Experten im Projektteam werden bereits existierende, aber auch von Medizinern neue produzierte Beiträge in Wort, Bild und Film nach zu entwickelnden Lernzielen überprüfen und anschließend über das geplante Portal allen Medizinstudenten zugänglich machen. Bereits in einem Jahr werden sich die angehenden Ärzte über eine entsprechende „App“ diese Infos auf ihr Smartphone laden können.

    Diese Möglichkeit des „Mobil Learning“ ist nur eines der neun Arbeitspakete, mit denen sich Prof. Walcher und seine Kollegen in den kommenden Jahren befassen werden. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung gemeinsamer methodisch-didaktischer Standards, neue Tools, um die praktisch klinischen Fähigkeiten der Studierenden zu messen, und ein bundesweites Train-the-Teacher-Programm. „Ausgehend von diesem Pilotprogramm für Chirurgie sollen Standards zur Verbesserung der praktischen klinischen Kompetenz in der gesamten Humanmedizin etabliert werden. Jeder der Verbundpartner wird aufgrund seiner spezifischen Erfahrung in der Lehre seinen systematischen Beitrag leisten“, ergänzt der Studiendekan Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Joachim Kreuder.

    Für Prof. Dr. Klaus Klose, der als Studiendekan Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg an diesem Antrag mitgewirkt hat, macht die Zusammenarbeit der Fachverbände, der Universitäten und der Studierenden den besonderen Charme dieses Projekts aus: „In dieser konzertierten Aktion werden wir eng kooperieren und unsere ehrgeizigen Projekte der Lehrqualitätsverbesserung in der Medizin weiter verfolgen, um Maßstäbe zu setzen, die dann auch deutschlandweit Anerkennung finden.“ Daher werden an den beteiligten Universitäten auch Qualifizierungsprogramme begonnen, und damit neue Karrierewege für Ärztinnen und Ärzte aufgezeigt, die sowohl die Lehre im klinischen Alltag optimieren als auch die Attraktivität professioneller Lehre steigern.

    Informationen: Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident für Lehre, Tel. (069) 798 – 22242, Schubert-Zsilavecz@pharmchem.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Felix Walcher, Tel. (069)6301-5069, felix.walcher@kgu.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Studium und Lehre, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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