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15.03.2012 10:13

Erfolg in der Behandlung der potentiell tödlichen Clostridium difficile-Infektion

Gabriele Rutzen Presse und Kommunikation
Universität zu Köln

    Erfolg in der Behandlung der potentiell tödlichen Clostridium difficile-Infektion

    Die Infektion mit Clostridium difficile (CDI) tritt nach Einnahme von Breitband-Antibiotika auf und ist zugleich eine der am häufigsten auftretenden Krankenhausinfektionen in Europa

    Eine Forschungsgruppe um Studienleiter Prof. Oliver A. Cornely, Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin / Uniklinik Köln und Leiter der Translationalen Forschungsplattform im Exzellenzcluster CECAD an der Universität zu Köln, kann in einer aktuellen Studie in The Lancet Infectious Diseases belegen, dass das Antibiotikum Fidaxomicin im dauerhaften Behandlungserfolg über den bislang üblichen Behandlungsstandard hinausgeht. Dabei ist die Verträglichkeit ebenso gut , wie die des herkömmlich verwendeten Antiobitikums Vancomycin

    „Mit dieser Studie weisen wir nach, dass das entscheidende Risiko eines Wiederkehrens der Infektion nachhaltig reduziert werden kann, Damit stellt Fidaxomicin eine effektive Behandlungsalternative dar“, so Studienleiter Prof. Oliver A. Cornely.

    Die Infektion mit Clostridium difficile (CDI) tritt häufig nach Einnahme von Breitband-Antibiotika auf und ist zugleich eine der am häufigsten auftretenden Krankenhausinfektionen in Europa. Durch die Einnahme von Breitband-Antibiotika wird die Darmflora gestört, so dass Clostridium difficile (CD) Bakterien nicht mehr mit anderen Bakterien im Gleichgewicht stehen.
    Es kommt dadurch zu einer Infektion der Darminnenwand mit CD-Bakterien. Die Folge sind schwere Durchfälle. Im Extremfall kann eine Darmteilentfernung notwendig werden oder die Infektion sogar zum Tod führen. Bei Anwendung der üblichen Behandlungsmethoden tritt in 25% aller Fälle die Infektion innerhalb von 30 Tagen erneut auf. Die Europäische Gesellschaft für Klinische Mikrobiologie und Infektionserkrankungen (ESCMID) hat das wiederholte Auftreten der Infektion als eines der Hauptprobleme in der Behandlung von CDI benannt. Patienten ab 65 sind sowohl von der CD-Infektion als auch von dem Problem einer wiederkehrenden Infektion besonders betroffen. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen ist auch der wirtschaftliche Schaden für das Gesundheitssystem beachtlich: Patienten mit einer CD-Infektion bleiben etwa 3,6 Tage länger im Krankenhaus und ihre Behandlungskosten liegen 54% höher im Vergleich zu Patienten ohne eine CD-Infektion.

    Die Studie wurde doppel-blind durchgeführt, das heißt, weder der Patient noch der behandelnde Mediziner waren darüber informiert, welches der beiden Medikamente jeweils verabreicht wurde. Damit konnte eine Erwartungshaltung hinsichtlich eines spezifischen Ergebnisses ausgeschlossen werden. Die Verteilung in die Versuchsgruppen erfolgte zufallsgesteuert. 509 mit CDI infizierte Erwachsene in sieben europäischen Ländern, den USA und Canada erhielten über 10 Tage entweder Fidaxomicin (2x200 mg/Tag) oder Vancomycin- (4x125 mg/Tag) Tabletten. Eine Heilung wurde mit beiden Therapien bei etwa 90% der Patienten erreicht. Der entscheidende Unterschied zeigt sich im Wiederauftreten der Infektion: Während bei 27% der Vancomycin-behandelten Patienten die Infektion innerhalb von 30 Tagen erneut auftrat, hatten nur 13% der Fidaxomicin-behandelten Patienten ein solches Rezidiv. Eine Heilung ohne Wiederauftreten der Infektion innerhalb von 30 Tagen wurde mit Fidaxomicin bei 77% und mit Vancomycin bei 63% der Patienten erreicht.

    Für das Exzellenzcluster CECAD an der Universität zu Köln unterstreicht der Studienerfolg die Bedeutung der Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung in Bezug auf altersassoziierte Erkrankungen. Wichtigstes Anliegen der Translationalen Plattform in CECAD ist die systematische Anwendung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in der klinischen Therapie – „from bench to bedside and back“.

    Seit Mai 2011 ist Fidaxomicin in den USA und seit Dezember 2011 in Europa zur Behandlung von Erwachsenen mit CDI zugelassen.

    Rückfragen bitte an:
    Prof. Oliver Cornely
    Uniklinik Köln
    Klinik I für Innere Medizin
    Zentrum für Klinische Studien – BMBF 01KN1106
    CECAD Cluster of Excellence
    Telefon: 0221 478-88794
    E-Mail: oliver.cornely@zks-koeln.de

    CECAD PR & Marketing . Universität zu Köln
    Astrid Bergmeister / Andrea Pfennig
    Telefon: 0221 470-5287
    E-Mail: astrid.bergmeister@uk-koeln.de, andrea.pfennig@uk-koeln.de

    Verantwortlich: Dr. phil. Patrick Honecker MBA – patrick.honecker@uni-koeln.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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