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11.07.2012 15:52

Neuer Ansatz für Therapie gegen metastasierenden Krebs

Sven Winkler Kommunikation
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

    Neuherberg, 11.07.2012. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Zürich haben herausgefunden, dass Tumorzellen einen Trick verwenden, um Metastasen* zu bilden: Sie verändern die umliegenden Endothelzellen mit Hilfe von bestimmten Signalstoffen, den Chemokinen*. Die Messung dieses Signalstoffes am Primärtumor ermöglicht die Vorhersage des Risikos für die Metastasierung. Die spezifische Blockade des Chemokin-Rezeptors auf Endothelzellen könnte ein Therapieansatz sein, um sowohl vor als auch nach einer Operation Metastasierung verhindern (Cancer Cell).

    Welche Signalwege benötigt eine Tumorzelle, wenn sie Metastasen* bildet – eine entscheidende Facette dieser Frage hat das Team um Prof. Mathias Heikenwälder vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München jetzt am Beispiel von Darmkrebs beantwortet. Tumore produzieren Chemokine, die die Eintrittskarte bilden, damit Krebszellen in andere Bereiche des Körpers gelangen können. Da dieses Signal normalerweise nur von gesunden Zellen verwendet wird, überrumpeln die Tumorzellen damit die Endothelzell-Rezeptoren, die hier als Gatekeeper fungieren. Die Messung der Chemokin-Menge lässt direkte Schlüsse zu, wie wahrscheinlich ein Primärtumor in andere Organe des Patienten streuen wird.

    „Mit den Chemokin-Rezeptoren der Endothelzellen haben wie eine ganz neuen Ansatz für mögliche Krebs-Therapien gefunden“, sagt Heikenwälder. Die Forscher wollen nun ihre Erkenntnisse noch weiter vertiefen und die Übertragbarkeit ihres Konzepts auf andere Krebsarten prüfen.

    Weitere Informationen

    Hintergrund:
    * Metastase: Tochtergeschwulst, der vom Primärtumor in andere Gewebe gestreut wird, 90
    Prozent aller Krebstode entstehen durch Metastasen, nicht durch den Primärtumor
    * Chemokine: Signalproteine des Körpers, die Wanderbewegung auslösen
    * Makrophagen: sind als Fresszellen Teil des Immunsystems

    Original-Publikation:
    Monika Wolf et al., 2012. Endothelial CCR2 signaling induced by colon carcinoma cells enables extravasation via the JAK2-Stat5 and p38MAPK pathway, Cancer Cell, 07/2012

    Link zur Fachpublikation: http://dx.doi.org/10.1016/j.ccr.2012.05.023

    Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

    Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 460 Professorinnen und Professoren, 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (einschließlich Klinikum rechts der Isar) und 26.000 Studierenden eine der führenden technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversität gewählt. Das weltweite Netzwerk der TUM umfasst auch eine Dependance mit einem Forschungscampus in Singapur. Die TUM ist dem Leitbild einer unternehmerischen Universität verpflichtet. http://www.tum.de
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    Ansprechpartner für die Medien:
    Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3946 - Fax: 089-3187-3324 - E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

    Fachlicher Ansprechpartner:
    Prof. Mathias Heikenwälder, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Institut für Virologie, Schneckenburgerstr. 8, 81675 München - Tel: 089-4140-7440 – Fax: 089-4140-7444 - E-Mail: heikenwaelder@helmholtz-muenchen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.helmholtz-muenchen.de - Weitere Informationen zu Helmholtz Zentrum München


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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