idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
02.08.2012 11:28

PET-Methode zur Früherkennung der Alzheimer Erkrankung

Helena Reinhardt Pressestelle / Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Leipzig AöR

    UKL-Nuklearmediziner haben Verfahren zur Frühdiagnose und Diagnosesicherung neu eingeführt

    Wird heute die Diagnose Alzheimer gestellt, erfolgt das meistens aufgrund bereits deutlicher Symptome und nach dem Ausschlussprinzip: Kommen keine anderen Ursachen für die geistigen Ausfallerscheinungen in Frage, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Demenz vom Alzheimer Typ. Erkennbar wird die Erkrankung damit meist erst, wenn die geschädigten Hirnzellen unwiederbringlich verloren sind. Mit einer neuen hochmodernen Diagnosemethode können die Ärzte am Universitätsklinikum Leipzig jetzt Alzheimer bereits im Frühstadium sicher erkennen.

    Möglich wird dies durch den Einsatz eines neuen Positronen-Emissions-Tomographischen (PET-) Verfahrens, welches Alzheimer-typische Ablagerungen - sog. β-Amyloid-Plaques - sichtbar macht. „Mit der PET können wir sehen, ob im Gehirn der Patienten Amyloid-Plaques vorhanden sind, noch bevor unumkehrbare strukturelle Veränderungen eintreten“, erklärt Dr. Solveig Tiepolt, Ärztin an der Klinik für Nuklearmedizin am UKL.

    Seit Anfang Juli steht das bisher nur innerhalb von Forschungsprojekten angewandte Verfahren in der UKL-Nuklearmedizin allen Patienten zur Verfügung. Das für die maximal 90minütige Untersuchung verwendete Radionuklid ist völlig unbedenklich. Es ermöglicht die Darstellung von β-Amyloid-Plaques im Gehirn, indem es an die krankhaften Strukturen bindet und so Aussagen zum Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung und zur Ausdehnung der Ablagerungen erlaubt. „β-Amyloid-Plaques werden schon 10-15 Jahre vor dem Auftreten von ersten Demenzsymptomen im Gehirn abgelagert, somit kann die Amyloid-PET helfen die Diagnose Alzheimer-Erkrankung frühzeitiger und mit größerer Sicherheit zu stellen", betont Prof. Dr. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

    Das habe auch große Bedeutung für künftige Therapien: „Wir wissen, dass wir viel früher mit der Behandlung beginnen müssten, um erfolgreich sein und das gefährdete Hirngewebe vor der Zerstörung bewahren zu können“, ergänzt Prof. Hermann-Josef Gertz, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie. „Eine frühe und sichere Diagnostik schafft die Grundlage für unsere Therapien, indem wir die Wirksamkeit besser nachweisen und diese in Zukunft hoffentlich auch wesentlich früher einsetzen können.“

    Das Universitätsklinikum Leipzig gehört zu einem der wenigen Zentren deutschlandweit, an dem die neue Methode eingesetzt wird, da für die Radionuklid-Herstellung u.a. ein Zyklotron am Standort erforderlich ist. „Das neue PET-Verfahren ist eine hervorragende Ergänzung zu den bisher angewandten Methoden. Wir versprechen uns hiervon einen großen Gewinn für unsere Patienten und neue Erkenntnisse über die Alzheimer-Erkrankung, deren Behandlung zu den Herausforderungen der nächsten Jahre gehören wird“, so Prof. Sabri.

    Kontakt:
    Dr. Solveig Tiepolt
    Klinik- und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Leipzig
    Tel. 0341/ 97 180 00
    E-Mail: solveig.tiepolt@uniklinik-leipzig.de

    Univ.-Prof. Dr. Osama Sabri
    Direktor der Klinik- und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Leipzig
    Tel. 0341/ 97 180 00
    E-Mail: osama.sabri@uniklinik-leipzig.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).