idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
26.11.2012 14:30

Ausgezeichnete Forschung zu Demenzfrüherkennung

Dr. Manuela Rutsatz Pressestelle
Universität Leipzig

    Der Diplom-Psychologe Dr. Tobias Luck von der Universität Leipzig hat den diesjährigen Forschungsförderpreis in Versorgungsforschung und Epidemiologie bei psychischen Störungen der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) auf dem aktuellen Fachkongress in Berlin entgegen genommen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seine Arbeit auf dem Gebiet der Demenzfrüherkennung.

    Die DGPPN zeichnet die bisherige Forschungsleistung von Dr. Luck aus, die durch zahlreiche internationale Publikationen in renommierten Fachzeitschriften unterlegt ist. Darüber hinaus soll mit dem Preis eine Weiterentwicklung von lebensnahen Methoden zur Erfassung von Alltagsbeeinträchtigungen zur Demenzfrüherkennung gefördert werden. "Die Arbeiten von Dr. Luck haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass komplexe Alltagsaktivitäten bei Betroffenen schon sehr früh beeinträchtigt und somit ein wichtiger Indikator für eine Demenzentwicklung sind", sagte Prof. Steffi G. Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Leipziger Medizinischen Fakultät, an dem der Preisträger als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist.

    Demenzen zählen zu den häufigsten und schwerwiegendsten Erkrankungen im höheren Lebensalter.
    Eine beginnende Erkrankung frühzeitig zu erkennen, ermöglicht es den Betroffenen, wichtige Entscheidungen wie über Wohnarrangements oder Vorsorgevollmachten noch selbstbestimmt treffen zu können. Darüber hinaus können Risiken beispielsweise im Straßenverkehr, die mit nachlassenden Fähigkeiten einher gehen, besser vermieden werden.
    Demenz kann frühzeitiger entdeckt werden, wenn zusätzlich zu den gängigen neuropsychologischen Tests auch konkrete Beeinträchtigungen in komplexen Alltagsaktivitäten berücksichtigt werden. Dazu zählen Situationen wie Einkäufe oder Finanzfragen. Das haben vorausgehende Auswertungen von Dr. Luck aus mehreren Langzeitstudien mit alten Menschen ergeben. Eine standardisierte Erfassung der Alltagsbeeinträchtigungen, so seine Folgerung, ist von hoher Bedeutung. Deshalb entwickelt er derzeit eine neue, alltagsnähere Methode.

    Dr. rer. med. Tobias Luck (31) ist aktuell mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Kanada. Seine Demenzstudien fließen auch in das fachübergreifende Leipziger Großforschungsprojekt LIFE zu Zivilisationserkrankungen ein. „Der DGPPN-Preis ermöglicht mir, einen Forschungsaufenthalt in der Arbeitsgruppe einer renommierten israelischen Wissenschaftlerin an der Universität Haifa zu finanzieren. Dort kann ich zukunftsweisende computer-basierte Ansätze bei der Erfassung von Beeinträchtigungen in komplexen Alltagsaktivitäten beforschen, die dazu beizutragen könnten, die Demenzfrüherkennung in epidemiologischer Forschung und Versorgungspraxis zu verbessern."


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).