idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
06.02.2019 13:31

So können Kinder zu „Gefühlsdetektiven“ werden

Dipl.-Ing. Mario Steinebach Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Technische Universität Chemnitz

    Zehn Jahre Prävention der Huckepack-Kinderförderung in Chemnitz – Neuer Studiengang „Präventionsmanagement – Kompetenzen für soziale Interventionen“ startet zum Fachtag am 29. März 2019

    Kinder im Vorschulalter, die Gefühle bei sich selbst und bei anderen nicht gut erkennen und weniger angemessen damit umgehen, haben mit zunehmendem Alter mehr und mehr Probleme mit Gleichaltrigen. Diese Beobachtung ist Grundlage für das Projekt „Huckepack“, das die Professur für Allgemeine Psychologie und Biopsychologie der Technischen Universität Chemnitz seit 2009 umsetzt. „Huckepack“ steht für ein Training sozialer und emotionaler Kompetenzen, in dem Kinder im Vorschulalter lernen, die eigenen Emotionen zu regulieren und Konfliktsituationen positiv zu lösen. Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Udo Rudolph, Inhaber der Professur Allgemeine und Biopsychologie, Dr. Stefan Uhlig, stellvertretender Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Huckepack Kinderförderung e.V. sowie von Annett Meylan, Mitarbeiterin der Professur und Geschäftsführerin des Vereins.

    Ausbildung zu „Gefühlsdetektiven“ im Fokus der Wissenschaft

    Die am Huckepack-Programm beteiligten Mädchen und Jungen im Vorschulalter werden innerhalb eines Jahres ganz individuell und spielerisch zu kleinen „Gefühlsdetektiven“ ausgebildet. Dies geschieht Hand in Hand mit dem Fachpersonal der beteiligten Kindertagesstätten und den Eltern. Zudem besteht in diesem Kontext die Chance, die Entwicklung dieser Kinder anhand einer wissenschaftlichen Längsschnittstudie zu untersuchen. Hierzu liegen inzwischen zahlreiche Arbeiten vor.

    Studierende werden zu Mentorinnen und Mentoren

    Im Rahmen von Workshops werden die Mentorinnen und Mentoren für jene Vorschulkinder ausgebildet, die in das Programm aufgenommen werden. Die Mentorinnen und Mentoren sind in der Regel Studierende verschiedener Fachrichtungen der TU Chemnitz, insbesondere der Psychologie, Pädagogik und Soziologie. „Unsere Mentorinnen und Mentoren schätzen die Möglichkeit, im Rahmen ihres Studiums umfassende praktische Erfahrungen zu sammeln und die Entwicklung eines Kindes über ein Jahr hinweg unter geschulter Begleitung fördern zu können“, so Meylan. In den letzten Jahren konnten so bereits mehr als 150 kleine „Huckepack-Gefühlsdetektive“ gefördert werden.

    Für eine bessere Integration von Flüchtlingskindern sowie Kindern mit Migrationshintergrund

    2016 startete die Huckepack-Kinderförderung zudem ein Projekt zur Förderung der Integration von Flüchtlingskindern sowie Kindern mit Migrationshintergrund. Darunter sind auch Kinder, die ohne elterliche Begleitung nach Deutschland kamen. Die eigens ausgebildeten Huckepack-Mentorinnen und Mentoren unterstützen in Chemnitzer Kindergärten und Horten die pädagogischen Fachkräfte wöchentlich vor Ort, um einen gelingenden Integrationsprozess zu fördern. „Alle Kinder der jeweiligen Einrichtungen sind beteiligt – anhand von interkulturellen Projekte, durch Sprachförderung, und natürlich auch durch Spiel und Spaß“, berichtet Meylan. Gemeinsame Veranstaltungen für Familien schaffen zudem eine Austausch-Plattform.

    Fachtag ermöglicht Gedankenaustausch zum Thema „Prävention“
    Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Huckepack-Kinderförderung in Chemnitz sind Kooperationspartner, Freunde, Förderer und fachlich Interessierte am 29. März 2019 herzlich zu einem Fachtag an der TU Chemnitz eingeladen, um sich von 10 bis 16 Uhr über vielfältige Ansätze der Förderung und ressourcenorientierten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, deren Eltern und pädagogischen Fachkräften auseinanderzusetzen und diese zu diskutieren. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, die Chemnitzer Oberbürgermeisterin, Barbara Ludwig, und der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Gerd Strohmeier, werden hier über zahlreiche Facetten des Themas Prävention sprechen. Die Teilnahme am Fachtag ist kostenfrei.

    Bachelor-Studiengang „Präventionsmanagement – Kompetenzen für soziale Interventionen“ startet

    Zudem wird an diesem Tag auch der neue berufsbegleitende Studiengang „Präventionsmanagement – Kompetenzen für soziale Interventionen“ eröffnet. „Wir ermöglichen es Praktikerinnen und Praktikern, die bereits im Berufsleben stehen, übergreifende und netzwerk-bezogene Kompetenzen in der Präventionsarbeit vor Ort zu erwerben und sich so beruflich weiter zu qualifizieren“, so Prof. Udo Rudolph, Studiengangsleiter und Vorstandsvorsitzender des Huckepack Kinderförderung e.V. Dieser Studiengang ist als Kooperationsprojekt der TU Chemnitz, der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH an der TU Chemnitz, des Instituts B3 aus Dresden sowie des Sächsischen Landespräventionsrates entstanden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Sächsischen Ministerium des Innern gefördert.

    Homepage des „Huckepack“-Projektes (inklusive weitere Informationen und Anmeldung zum Fachtag): http://www.huckepack-kinderfoerderung.de

    Informationen zum Studiengang „Präventionsmanagement – Kompetenzen für soziale Interventionen“: https://www.tuced.de/studiengaenge/ba-praeventionsmanagement/


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Udo Rudolph, Telefon 0371 531-36394, E-Mail udo.rudolph@psychologie.tu-chemnitz.de, und Annett Meylan, Telefon 0371 531-33389, E-Mail annett.meylan@psychologie.tu-chemnitz.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Studium und Lehre, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay