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16.10.2020 13:44

Erblast Mission? Ringvorlesung zu „interdisziplinären Perspektiven auf gegenwärtige Herausforderungen"

Dr. Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Unter dem Titel „Erblast ‚Mission‘? Interdisziplinäre Perspektiven auf gegenwärtige Herausforderungen“ befasst sich eine Ringvorlesung an der Goethe-Universität mit der Geschichte und den Folgen Missionstätigkeit europäischer Christen in fernen Ländern.

    Unter dem Titel „Erblast ‚Mission‘? Interdisziplinäre Perspektiven auf gegenwärtige Herausforderungen“ befasst sich eine Ringvorlesung an der Goethe-Universität mit der Geschichte und den Folgen Missionstätigkeit europäischer Christen in fernen Ländern.

    Den Auftakt macht am

    Dienstag, 20. Oktober, 18 Uhr c.t.
    im Hörsaal 3 im Hörsaalzentrum (Campus Westend)

    Prof. Dr. Thomas Söding von der Ruhr-Universität Bochum. Der Neutestamentler spricht über das Thema „Mitgift Mission. Die Dynamik des Anfangs und die Dialektik der Glaubenskommunikation“.

    Mission war in allen Epochen der Christentumsgeschichte ein zentraler Auftrag, der mit den neutestamentlichen Schriften legitimiert wurde: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ heißt es im Markus-Evangelium (Mk 16,15). Zahlreiche religiöse Gemeinschaften und Orden verschrieben sich ganz der Missionstätigkeit in fernen Ländern. Jedoch weist die Geschichte der Mission zahlreiche Veränderungen und Missbräuche auf, die nicht selten zu Deformationen der christlichen Glaubensverkündigung führten: Aus der Frohbotschaft wurde eine Drohbotschaft; die Freiheit eines Christenmenschen wurde durch Zwang eingeschränkt; anstatt der Nächstenliebe herrschte nicht selten das Gebot der Intoleranz und Macht. Die Verwobenheit von Politik, wirtschaftlichen Interessen und missionarischem Tun verkehrten die Botschaft des Evangeliums häufig zu deren Gegenteil.

    Mit Blick auf diese ambivalente Geschichte stellt sich die Frage, ob die Mission der Kirchen und damit vor allem das Wirken der Missionsorden und -gemeinschaften nicht eine Erblast für die eigentliche Botschaft des Christentums im 21. Jahrhundert darstellt, von der man sich notwendigerweise befreien muss. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Geschichts- und Rechtswissenschaft, Soziologie, Kulturanthropologie und Theologie gehen diesen Fragen in einer Ringvorlesung im Wintersemester 2020/2021 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main nach. In ihren Vorträgen hinterfragen sie diese These, suchen nach Beispielen für diese „Erblast“, erläutern deren Schwere und benennen die Herausforderungen für Wissenschaft, Gesellschaft und Kirche in Gegenwart und Zukunft.

    Wer nicht persönlich auf dem Campus anwesend sein kann oder will, kann die Ringvorlesung auch über YOUTUBE live verfolgen oder auf dem Kanal „Kirchengeschichte FB 07 GU Frankfurt“ als Aufzeichnung nachschauen: https://www.youtube.com/channel/UCo_50NZJvbjFuToHJ2jltAA.

    Im Sommer werden die Vorträge in der Reihe „Klosterwelten. Religiöses Leben seit der Frühen Neuzeit“ im Aschendorff Verlag publiziert.

    Die Termine

    20. Oktober 2020
    Prof. Dr. Thomas Söding, Bochum
    Mitgift Mission. Die Dynamik des Anfangs und die Dialektik der Glaubenskommunikation

    03. November 2020
    Prof.’in Dr. Manuela Boatca, Freiburg
    Barbaren ohne Glauben und Völker ohne Religion: Die Konstruktion religiöser Andersheiten zwischen Kolonialität und Imperialität

    17. November 2020
    Prof. Dr. Michael Droege, Tübingen
    Mission und die Religionsverfassung der Deutschen Kolonien

    01. Dezember 2020
    Prof. Dr. Dr. Wolfgang Reinhard, Freiburg
    Mission im Wandel

    15. Dezember 2020
    Prof.’in Dr. Simone Rappel, München
    „Es ist vorteilhaft für sie, unterworfen zu werden.“
    Friedensethische Herausforderungen nach der Kolonialzeit

    12. Januar 2021
    Prof.’in Dr. Karoline Noack, Bonn
    Alles kolonial? Ethnologische Provenienzforschung in Sammlungen aus Lateinamerika
    in Museen und universitären Sammlungen

    26. Januar 2021
    PD Dr. Richard Hölzl, Göttingen
    Propaganda und Wahrheit“ – oder: wie missionarische Medienarbeit die
    europäische Sicht auf die Welt geformt und verformt hat

    09. Februar 2021
    Prof.’in Dr. Margit Eckholt, Osnabrück
    Von „Kontaktzonen“ und „dritten Räumen“: Mission in befreiungstheologischen und
    dekolonialen Perspektiven neu denken

    Alle Vorträge finden um 18 Uhr c.t. in Hörsaal 3 im Hörsaalzentrum am Campus Westend statt.

    Das Plakat zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/92873373.pdf


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Paula Paschke
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Professur für Kirchengeschichte
    paschke@stud.uni-frankfurt.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Religion
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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