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08.04.2021 08:46

Studie zur Wirksamkeit einer Placebobehandlung bei Heuschnupfen-Symptomen

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Psychologisches Institut der JGU sucht Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mit Heuschnupfen für eine Studie zu offen verabreichten Placebos

    Mittlerweile wurde für zahlreiche Erkrankungen und Störungen eindrucksvoll belegt, dass Placebos, also Scheinmedikamente ohne Arzneistoff, wirken können. So zeigen sich zum Beispiel bei Schmerzstörungen, Parkinsonerkrankungen oder entzündlichen Darmerkrankungen positive Effekte nach Placeboeinnahme. Erklärt wird die Wirksamkeit von Placebos durch psychologische Mechanismen, wie positive Erwartungen und Lernprozesse. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Anwendung von Placebos eine Täuschung notwendig macht, das heißt, dass der Betroffene nicht weiß, dass er oder sie ein Placebo einnimmt, damit eine positive Wirkung auftreten kann.

    Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass dieser Täuschungsaspekt überhaupt nicht nötig ist. In sogenannten Open-label-Placebostudien wurden Patientinnen und Patienten Placebos offen verabreicht, das heißt, die Personen wussten, dass sie Placebos einnahmen. Die positive Wirkung, zum Beispiel auf die Schmerzsymptomatik oder Allergiesymptome, zeigte sich trotzdem. Eine neue Studie unter Leitung von Dr. Anne-Kathrin Bräscher in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau untersucht nun diesen Open-label-Placeboeffekt bei Personen mit Heuschnupfen. Probanden nehmen an zwei individuell vereinbarten, circa 20-minütigen Gesprächen online teil. Die Placebotabletten werden postalisch zugesandt, um kein Ansteckungsrisiko mit COVID-19 einzugehen. Bei vollständiger Versuchsteilnahme bekommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro. Interessierte Personen mit ärztlich bestätigtem Heuschnupfen sind herzlich eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Die Studie läuft bis zum Ende der Heuschnupfensaison, also bis August 2021.

    Weitere Informationen sind unter der E-Mail-Adresse mind-body@uni-mainz.de erhältlich.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Anne-Kathrin Bräscher
    Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Experimentelle Psychopathologie
    Psychologisches Institut
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    E-Mail: mind-body@uni-mainz.de
    https://klipsy.uni-mainz.de/abteilungsmitglieder/braescher/


    Weitere Informationen:

    https://klipsy.uni-mainz.de/ – Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Experimentelle Psychopathologie am Psychologischen Institut der JGU


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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