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20.09.2022 16:45

ERC Consolidator Grant von knapp zwei Millionen Euro für Kunsthistorikerin Juliane Noth von Freier Universität Berlin

Carsten Wette Stabsstelle Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

    Die Kunsthistorikerin der Freien Universität Berlin, Juliane Noth, erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) einen ERC Consolidator Grant in Höhe von rund 1,955 Millionen Euro. Damit wird die Professorin für Ostasiatische Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Institut für ihr Forschungsprojekt „Art Academies in China: Global Histories and Institutional Practices“ (CHINACADEMY) gefördert. Mit dem auf fünf Jahre angelegten Vorhaben wird sie mit einem Team aus drei Forschenden die Rolle von Kunstakademien in der chinesischen Kunst des 20. Jahrhunderts untersuchen.

    Mit den ERC Consolidator Grants fördert der Europäische Forschungsrat vielversprechende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Promotion zwischen sieben und zwölf Jahren zurückliegt und deren Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet.

    Juliane Noth ist Expertin für chinesische Kunst des 20. Jahrhunderts, deren Neubestimmungen in Bezug auf historische Praktiken und globale Vernetzungen sowie deren gesellschaftliche, politische und institutionelle Rahmenbedingungen. Mit der Förderung des Europäischen Forschungsrats will die Kunsthistorikerin die Rolle von Kunstakademien in der Herausbildung moderner künstlerischer Praktiken und theoretischer Diskurse in China untersuchen. An diesen Hochschulen seien unter anderem europäische Methoden der künstlerischen Ausbildung eingeführt, die soziale Rolle moderner Künstlerinnen und Künstler in China geformt und die Bedeutung traditioneller Kunstformen bestimmt worden. Aber auch politische und ideologische Veränderungen in der künstlerischen Praxis seien hier zuerst umgesetzt worden, erläutert die Wissenschaftlerin.

    Bis heute fungierten die chinesischen Kunstakademien oft als Laboratorien für Innovationen, bei denen allerdings auch Ausbildungsmethoden integriert werden, die aus der sozialistischen Zeit stammen. „Damit stehen sie sinnbildlich für die Dynamik im chinesischen Kulturraum und der Gesellschaft als Ganzes“, betont Juliane Noth. Die Arbeit an den Kunstakademien zeugte zudem von den Spannungen zwischen einer raschen Globalisierung auf der einen Seite und der Bewahrung des kulturellen Erbes und der nationalen Identitätsdiskurse auf der anderen. Drei Hochschulen werden in Fallstudien untersucht: Die Central Academy of Fine Arts in Peking, die China Academy of Art in Hangzhou und die Guangzhou Academy of Fine Arts in Guangzhou. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf den globalen Verbindungen, die die chinesischen Kunstakademien als moderne Institutionen geprägt haben; neben Westeuropa bildeten vor allem Japan und die Sowjetunion wichtige Bezugspunkte. Die Untersuchung dieser Verflechtungen erlaube es dem Team, eine neue Perspektive für eine globale Kunstgeschichte zu entwickeln. Das mit dem ERC Consolidator Grant geförderte und an der Freien Universität Berlin angesiedelte Projekt soll am 1. September 2023 starten.

    Juliane Noth wurde im Oktober 2021 von der Freien Universität Berlin auf die Professur für Ostasiatische Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Institut berufen. Zuvor war sie Heisenberg-Fellow am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg; sie leitete hier unter anderem das DFG-Projekt „Artistic Practices during the Cultural Revolution: Actors, Media, Institutions“. Mehrere Forschungsaufenthalte führten sie nach China, seit Januar 2020 ist sie Research Professor am China Institute for Visual Studies der China Academy of Art in Hangzhou. Die Kunsthistorikerin habilitierte sich 2018 an der Freien Universität Berlin. Zuvor war sie unter anderem Vertretungsprofessorin für chinesische Kunstgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie war auch tätig als Assistentin der Projektleiterin der Ausstellung „Tibet – Klöster öffnen ihre Schatzkammern“, Villa Hügel Essen und Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst. Ursprünglich hatte Juliane Noth Kunstgeschichte und Sinologie an der Freien Universität Berlin studiert.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Juliane Noth, Freie Universität Berlin, Kunsthistorisches Institut, Koserstraße 20, 14195 Berlin, Telefon: +49 30 838 53557, E-Mail: juliane.noth@fu-berlin.de

    Weitere Informationen

    •Prof. Dr. Juliane Noth:
    https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/khi/Personen/professoren/noth_ostasien/inde...
    •ERC Consolditator Grants: https://erc.europa.eu/funding/consolidator-grants


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Kulturwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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