Wie ein schwimmender Donut: Neue Fortbewegungsart bei Einzellern entdeckt

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12.06.2019 14:14

Wie ein schwimmender Donut: Neue Fortbewegungsart bei Einzellern entdeckt

Gabriele Meseg-Rutzen Presse und Kommunikation
Universität zu Köln

    Kölner Forschungsteam entdeckt neben bisher unbekannter Fortbewegungsart einen besonderen Aufbau des Einzellers Idionectes vortex / Publikation in „Nature Microbiology“

    Forscherinnen und Forscher unter Kölner Leitung haben entdeckt, dass sich der Einzeller Idionectes vortex durch eine rotierende Geißel fortbewegt. Das Besondere daran ist, dass das Flagellum, wie die fadenförmige Geißel wissenschaftlich heißt, sich zu einem Ring biegt und in sich rotiert. Diese Rotation kann man sich vorstellen wie bei einem Ring aus Zigarettenrauch, den jemand durch die Luft pustet und der sich von innen nach außen dreht. Bei den Einzellern erzeugt die Drehbewegung einen rotierenden Wasserfilm, der für den Antrieb sorgt. Die Ergebnisse sind in „Nature Microbiology“ veröffentlicht.
    „Neben der bisher unbekannten Fortbewegungsweise haben wir aber auch eine Besonderheit im Aufbau des Einzellers entdeckt“, sagt Dr. Sebastian Hess, Forscher am Institut für Zoologie an der Universität zu Köln und Hauptautor der aktuellen Studie. „Die Verankerung der Geißel im Zellkörper des Einzellers gleicht strukturell einem Drehlager. Nur so ist diese Rotation überhaupt möglich.“ Rotierende Geißeln sind eigentlich ein Merkmal der Prokaryoten, der Gruppe von Einzellern, die keinen Zellkern besitzen und denen die Bakterien angehören. Idionectes vortex zählt aber zu den strukturell viel komplexeren Eukaryoten mit Zellkern. Der Einzeller stellt also eine große Besonderheit in der Welt der Mikrobiologie dar. Zukünftig möchte Hess die zellulären Details von Idionectes vortex weiter untersuchen, um die Evolution der einzigartigen Fortbewegungsweise zu verstehen.
    Inhaltlicher Kontakt:
    Dr. Sebastian Hess
    Institut für Zoologie
    +49 221 470-4013
    sebastian.hess@uni-koeln.de
    Presse und Kommunikation:
    Jan Voelkel
    +49 221 470-2356
    j.voelkel@verw.uni-koeln.de
    Zur Publikation:
    https://rdcu.be/bGehX
    https://www.nature.com/articles/s41564-019-0478-6
    Weitere Informationen:
    https://www.zoologie.uni-koeln.de/hess.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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